Klang und Kontemplation
Christine Ockenfels

Impuls



JA

So, wie du gedacht hast, gehofft, geglaubt,
so ging es nicht vorbei, so bald.
Was alles wurde dir geraubt?
Wo findest du jetzt noch einen Halt?

Jetzt wird es auch nicht mehr wie zuvor.
Wer das glaubt, mag sein ein Narr.
Die Pandemie hat geöffnet uns ein Tor,
dass wir erkennen, was krank ist und starr.

Wer es wagt, sein Ego zu überwinden,
auch den letzten Rest seiner Hybris abzulegen,
der wird im Herzen Frieden finden
und Trost, um mit dem, was ist zu leben.

Dann erst kann der Blick sich weiten,
Verlorenes, Hingegebenes sich wandeln,
du gleitest durch den Fluss der Gezeiten,
kommst in die Kraft, ganz anders zu handeln.

Identitätswandel will geschehen,
in mir, in dir, in allen, die wach sind
und spüren der Ruach lebendiges Wehen:
wie aus dem Verlorenen Neues beginnt.

Ja, es schmerzt, Gewohntes zu lassen.
Der Spur zu folgen, die sich dir zeigt,
braucht Vertrauen, du darfst es fassen,
auch wenn du zweifelst, weil der Ewige schweigt.

Erlausche seine Liebe in dem, was geschieht.
Er schweigt doch nicht, der Ich-bin-da.
In tiefstem Mitleiden er nach uns sieht.
Die Welt braucht unser gütiges JA.

Zur Wirklichkeit, zum Leben: JA

©Cristine Ockenfels |April 2021